Informations et ressources scientifiques
sur le développement des zones arides et semi-arides

Accueil du site → Doctorat → Allemagne → 2003 → Die Altdünenlandschaft im Sahel NE Burkina Fasos : Geomorphogenese und Geomorphodynamik einer semiariden Kulturlandschaft

Frankfurt (Main), Universität (2003)

Die Altdünenlandschaft im Sahel NE Burkina Fasos : Geomorphogenese und Geomorphodynamik einer semiariden Kulturlandschaft

Albert, Klaus-Dieter

Titre : Die Altdünenlandschaft im Sahel NE Burkina Fasos : Geomorphogenese und Geomorphodynamik einer semiariden Kulturlandschaft

Auteur : Albert, Klaus-Dieter

Université de soutenance : Frankfurt (Main), Univ., Diss., 2003

Résumé partiel
In der semiariden Sahelzone NE-Burkina Fasos wurden Untersuchungen zur Boden- und Reliefentwicklung seit dem letztkaltzeitlichen Maximum im Spätpleistozän und zur aktuellen Geomorphodynamik durchgeführt. Zum Einsatz kamen konventionelle physisch-geographische Methoden zur Erkundung des oberflächennahen Untergrunds sowie experimentelle Feldmethoden (Beregnungs- und Infiltrationsversuche) und Luftbildauswertungen. Exemplarisch wurden zur Altersstellung des Altdünenreliefs OSL-Datierungen an Dünensanden vorgenommen. Der (natur)räumliche Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf der Altdünenlandschaft und den angrenzenden endorheischen Becken, da diese die einzigen Landschaftseinheiten mit rein spätquartärer Relief- und Bodengenese in der Region sind. Beide sind zudem für die Landnutzung und Wasserversorgung in der Region von herausragender Bedeutung, was ausweislich archäologischer Befunde auch für die frühen Siedlungsperioden galt. Die wichtigsten Fragestellungen sind (1) die Reliefentwicklung und Altersstellung des in der Literatur häufig als erg récent bezeichneten Sekundärdünenreliefs auf dem Dünentop der spätpleistozänen Altdünenzüge, (2) die jüngere Relief- und Bodenentwicklung der Altdünenlandschaft, vor allem der Dünennordhänge, vor dem Hintergrund der etwa zweitausendjährigen Nutzungsgeschichte (Hirsefeldbau und Viehzucht) in Bereichen dieser Landschaftseinheiten, und (3) die qualitative und quantitative Erfassung der aktuellen, denudativen und linearerosiven Prozesse, vorwiegend auf den Altdünen, in Abhängigkeit von Substrat, Oberflächenzustand und Nutzung. Ausweislich der OSL-Datierungsergebnisse von 19,6±1,1 ka und 23,8±1,6 ka v. H. fand die Akkumulation der Sande der Sekundärdünen auf den Dünenzügen während der spätpleistozänen ariden Periode (Ogolien) statt. Gleiches gilt für die äolischen Liegendsedimente der Nordabdachungen der Dünenzüge (21,9±2,1 ka und 23,2±2,1 ka v. H.). Unter Einbeziehung früherer Untersuchungen (ALBERT et al. 1997) ergibt sich daraus, dass sowohl die makroskaligen Dünenzüge an sich als auch ihr asymmetrisches Relief im N-S-Profil bereits während des Ogolien angelegt wurden. Die Ergebnisse sind insofern einschränkend zu bewerten, als ein weiteres OSL-Alter vom Dünentop mit 40,4±2,9 ka v. H. weder geomorphologisch erklärbar ist noch auf einen methodischen Fehler zurückgeführt werden kann. Die oben postulierte Altersstellung ist demnach statistisch nicht abgesichert. Die holozäne Landschaftsentwicklung in NE-Burkina Faso ist durch intensive Bodenbildung in den Altdünen und durch den Beginn der fluvial-limnischen Sedimentation in den Endseen (Mares) der endorheischen Becken gekennzeichnet. Denudative (partielle) Verflachung der Altdünenzüge zu Beginn und während geomorphologisch aktiverer Zeiten der holozänen Feuchtperiode wird in Analogie zu Beobachtungen der aktuellen Morphodynamik der Dünenzüge angenommen, kann aber im Gelände nicht nachgewiesen werden. Der häufig in der Literatur genannte aride Einschnitt um 8,2 ka v. H. kann im Altdünenrelief bislang nicht nachgewiesen werden : weder konnten äolische Sedimente dieses Alters datiert werden, noch wurden flächenhaft fossile Bodenhorizonte gefunden, die eine Trennung in frühholozäne und mittelholozäne Dünenböden erlaubten. Vielmehr deuten die Untersuchungsergebnisse zur Verbreitung der typischen Bodentypen der Altdünenlandschaft (Cambic bis Luvic-Chromic Areno sols, über dichtem Untergrund auch Gleyic und Stagnic Arenosols) auf standörtlich unterschiedliche Bodenbildungsintensitäten und –prozesse in Abhängigkeit von Wasserhaushalt und geomorphodynamischer Beeinflussung hin. Auch in den Sedimenten der Mares gibt es keine Hinweise, die auf eine aride Unterbrechung der holozänen Feuchtzeit hindeuten.

Version intégrale (20,55 Mb)

Page publiée le 7 septembre 2007, mise à jour le 2 janvier 2019