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Universität zu Köln (2006)

Desertifikationsbekämpfung und Ressourcenmanagement im Kopet-Dag, Turkmenistan Akteure und ihre Handlungsspielräume

Langbein, Joachim

Titre : Desertifikationsbekämpfung und Ressourcenmanagement im Kopet-Dag, Turkmenistan Akteure und ihre Handlungsspielräume

Auteur : Langbein, Joachim

Université de soutenance : Universität zu Köln

Grade : Doctoral 2006

Résumé
The study is describing the traditional irrigation system as well as the transhumance pasture system in the Kopet-Dag Mountains of Turkmenistan. The options to act of the relevant persons (for example Shepherds and the livestock owner, the vegetable gardeners and agro managers and others like the mirab) are pointed out. A concept for the design of projects in combating desertification and resources management is developed.

Hintergrund Desertifikation stellt für die Entwicklung Turkmenistans ein wachsendes Problem dar. Sie betrifft nicht nur das Weideland, sondern auch die Bewässerungsgebiete und die Bergregion. Mit der Unterzeichnung der UNCCD hat sich Turkmenistan verpflichtet, Prinzipien wie die Partizipation der betroffenen Bevölkerung bei der Desertifikationsbekämpfung zu berücksichtigen. Wer partizipieren will oder soll, braucht aber die Fähigkeit, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Die Handlungskompetenz der Akteure ist somit die Basis für deren Partizipation. Fragestellung und Ziel der Arbeit Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit, wie in einer seit über 70 Jahren planwirtschaftlich geprägten Gesellschaft der in der UNCCD geforderte "Bottom-up" Ansatz umgesetzt werden kann, unter der Fragestellung : "Welche Faktoren erweitern bzw. verengen die Handlungsspielräume von Umweltakteuren auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen ?" Hierauf aufbauend werden Vorschläge entwickelt, wie Projekte und Programme zum Ressourcenmanagement und zur Desertifikationsbekämpfung konzipiert sein können, um die ökonomischen und ökologischen Handlungsspielräume der Umweltakteure zu erweitern und deren Selbsthilfepotenzial zu verbessern ? Das erste Ziel der Arbeit ist eine politisch-ökologische Analyse der Handlungsspielräume von Umweltakteuren im Kopet-Dag. Dabei werden sowohl die direkten Umweltakteure, als auch die indirekten Umweltakteure berücksichtigt. Darauf aufbauend werden Handlungsstrategien zur Umsetzung partizipativer Ansätze im Ressourcenmanagement und in der Desertifikationsbekämpfung erarbeitet und Möglichkeiten zur Mobilisierung, Partizipation und Selbsthilfe der betroffenen Bevölkerung aufgezeigt. Methodik Ausgehend vom Mehrebenenansatz der "Politischen Ökologie" und dem Modell der "Ökologischen Handlungskompetenz" wird ein Konzept zur Analyse der Handlungsspielräume von Umweltakteuren auf verschiedenen räumlichen Maßstabsebenen entwickelt. Zur Analyse wird ein Raster entworfen, das den Blick auf die verschiedenen Akteure auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen und deren Handlungsinteressen, Einstellungen und Mittel richtet. Durch das Raster können die Untersuchungsergebnisse übersichtlich dargestellt werden, so dass sich daraus Maßnahmen zur Erweiterung der Handlungskompetenz der verschiedenen Akteure einfach ableiten lassen. Ergebnisse Im Untersuchungsgebiet wird v.a. Schaf- und Ziegenweide sowie Bewässerungslandwirtschaft betrieben. Es existiert ein transhumantes Wanderweidesystem. Dabei werden die Herden ganzjährig in verschiedenen Höhenstufen (Staffelwirtschaft) von Hirten gehütet. In der Melkzeit, ziehen die Viehalter in Sommersiedlungen in den Hochlagen des Kopet-Dag. In den Gebirgstälern wird in relativ kleinen (0,5 bis max. 1 ha) Mischparzellen Obst- und Gemüse angebaut. Es existiert ein traditionelles Bewässerungssystem, bei dem die Winterniederschläge in Rückhaltebecken gesammelt werden, um damit die Felder in der Vegetationszeit zu bewässern. Beide Landnutzungsformen, die so nur im Kopet-Dag existieren, werden hier erstmals beschrieben. Die wesentlichen Akteure sind die Hirten, die Viehhalter, Vollerwerbsbauern im Gemüsebau, "Agrarmanager" und Einzelpersonen, wie der Mirab (Wassermeister) sowie Vertreter der Administration. In den Bewässerungsgebieten am Hangfuß kommen im Winter Halbnomaden hinzu, die ihren Hauptsiedelplatz im Norden Turkmenistans haben. Bei der entwickelten Projektkonzeption stehen Instrumente zur Stärkung individueller Handlungskompetenz von Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen im Sinne einer Capacity- Development-Strategie im Vordergrund.

Mots clés  : Turkmenistan, Wanderweidewirtschaft, Bewässerungsfeldbau, Desertifikationsbekämpfung, Ressourcenmanagement, handlungsorientierte Entwicklungsforschung — Turkmenistan, Nomadism, Irregation Agriculture, Combating Desertification, Resources Management, Actors oriented development research

Présentation et version intégrale

Page publiée le 20 janvier 2016, mise à jour le 8 janvier 2019