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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau (2016)

Westafrika zwischen Klimavariabilität, irregulärer Migration nach Europa und Ernährungsunsicherheit

Nouhou Ali

Titre : Westafrika zwischen Klimavariabilität, irregulärer Migration nach Europa und Ernährungsunsicherheit

Auteur : Nouhou Ali

Université de soutenance : Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Grade : Doktorwürde Der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen 2016

Résumé
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Ursachen der irregulären Migration zu erklären, die Strukturen und Prozesse dieser Wanderung durch die Sahara zu analysieren. Außerdem sollen Lösungsmöglichkeiten zur Eindämmung der irregulären Migration aufgezeigt werden. Umweltrelevante und gesellschaftlich brisante Themen wie Klimawandel, Migration und Ernährungsunsicherheit stehen im Fokus der Geographischen Entwicklungsforschung. Extremen Klimabedingungen und großer Armut ausgeliefert, greifen viele Bewohner Westafrikas zu legalen und illegalen Strategien, um den bedrohlichen Lebensumständen zu entkommen. Seit Anfang der 1990er Jahre führen begrenzte Staatlichkeit und spezifische ökonomische Problemlagen in Westafrika zu unterschiedlichen Handlungsstrategien. Zu den bekanntesten gehört die irreguläre Migration von Afrika südlich der Sahara in die Maghreb-Staaten und Europa. Die Studien über diesen Problemkomplex, konkrete und umsetzbare Lösungsansätze, die die Akzeptanz der Betroffenen berücksichtigt, wurden von den bisherigen Erklärungsansätzen vernachlässigt. Das Untersuchungsthema erfordert unterschiedliche Methoden von der verdeckten Recherche über die teilnehmende Beobachtung, sowie Archivrecherche, Inhaltanalyse, über informelle Gespräche bis hin zu standardisierten Interviews. Im Zeitraum zwischen Februar 2011 bis Mai 2015 wurden quantitative und qualitative Daten erhoben. Es wurden 860 standardisierte Befragungen von Migranten, abgeschobenen bzw. ausgewiesenen Migranten, Vertretern des jeweiligen sozialen Umfeldes der Migranten durchgeführt. Diese Daten wurden durch Interviews, Diskussionen und Beobachtungen ergänzt. Es werden Daten aus unterschiedlichen Klimazonen (semiarid– vollhumid) von Mali, der Rep. Niger, Ghana und Nigeria analysiert. Die internationale Migration ist überlebenswichtig für Familien und für Dorfgemeinschaften in Afrika. Geldsummen werden gespart, Felder und Herden werden verkauft, um in ein Migrationsprojekt zu investieren. Eine zentrale Rolle spielen Schlepper, die Vernetzungen mit Gerichtsbarkeiten, der Gendarmerie, der Polizei, Gouverneuren, Busbahnhöfen, Chauffeuren und Konsulaten, haben. Ein Element der Informalität des Migrationssystems sind die Schlepper aber auch die illegalen Unterkünfte, die Bestechlichkeit der Staatsbeamten, die geheimen Fahrten. Aufgrund der Irregularität ihres Aufenthaltes werden die schwarzafrikanischen Migranten Opfer von Ausbeutung. Die Entwicklungspolitik zur Eindämmung der irregulären Migration hat nichts daran verbessert. Die jährliche Unterstützung in Höhe von 1,8 Mrd. Euro für die Reintegrationsprogramme von abgelehnten Asylbewerbern erscheint einigen Regierungen in Westafrika als zu gering. Dies entspricht nur 5,6% der 32 Mrd. US-Dollar der Geldüberweisungen der afrikanischen Migranten in ihre Heimatländer. Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Westafrika sind sehr wahrscheinlich. Die Region Tillaberi verfügt über relativ große Wasservorräte im Nigertal und an den Nebenflüssen. Sie gilt einerseits als eine der intensivsten Bewässerungslandwirtschaftsgebiete des Landes, andererseits wurde ihr nördlicher Teil immer wieder von Hungersnöten heimgesucht. Die Bauern müssen im Vorfeld als zentrale Akteure im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Erst dann können sie sich maßgeblich beteiligen und von einfachen Technologien profitieren. Sinnvoll wäre die Gründung von kleinen Firmen von ca. 100-200 Beschäftigten in den betroffenen Auswanderungsgebieten, um die irreguläre Migration zu reduzieren. Anstatt sich auf Sensibilisierung, Ausbildung, Einführung von Projekten, die nur zeitlich begrenzt sind oder auf schwache finanzielle Hilfe zu konzentrieren, wäre für die Regionalentwicklung Afrikas eine erhöhte Investition in Industrie und Gewerbe erforderlich, wie es europäische Investoren in Brasilien oder China in den vergangenen Jahrzehnten bereits unternommen haben.

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Page publiée le 7 octobre 2017